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Burgruine Osterburg

Die Osterburg

Südwestlich von Bischofsheim, etwa auf halbem Weg zum Kreuzberg, finden sich auf einem Basaltkegel Ruinen der Osterburg, einer romanischen Wehranlage. Über ihren Namen ist gerätselt und noch mehr fabuliert worden. Wahrscheinlich ist, dass der Name Osterburg etwas mit der Himmelsrichtung zu tun hat. Die Bischofsheimer Osterburg ist vielfach mit der über Henfstädt bei Themar aufragenden Osterburg verwechselt worden. Tatsächlich haben beide Burgen außer der Namensgleichheit nichts gemeinsam.

Die abseits und hoch über Bischofsheim gelegene Osterburg war genau wie die Walzburg das hochmittelalterliche Verwaltungszentrum Würzburgs im Brendtal und Kreuzberggebiet. Sie war zugleich Grenzfestung gegen das Hochstift Fulda und Militärbasis im Streit um das Dammersfeld. Ursprung, der Anlass zum Bau, Bauherr und Entstehungszeit der Burg liegen im Dunkeln. Ihr Name taucht urkundlich um 1200 erstmals auf, als ein Reinhold von Osterburg als Urkundenzeuge aufgetreten ist. Die Bischofsheimer Osterburg ist - wie die Salzburg - eine würzburgische Ganerbenburg gewesen. Als Ganerben sind unter anderem Engelbert von Osterburg, Botho von Eberstein und Heinrich von Lure genannt.

Aussicht von der Osterburg zum Himmeldunk

Die Osterburger Ganerben lagen, wie ein großer Teil des buchischen und Rhöner Adels im Streit mit dem Fürstabt von Fulda. Anlass waren Vermögensrückforderungen des Klosters Fulda. Nach Auffassung der Ritter allerdings waren die Urkunden, auf die sich das Kloster berief, Fälschungen zugunsten des Hochstifts. Die Empörung darüber und andere Zumutungen gipfelten schließlich in der Ermordung des Fürstabts Bertho II. von Leibolz. Berthos Nachfolger hat mit harter Hand die Ordnung im Sinne des Hochstifts wieder hergestellt. Die Zeit dafür war ungemein günstig. Es war die Zeit nach dem Interregnum, eine Zeit des Faustrechts und des Fehdewesens. Die Folge war vielfacher politischer Rufmord. Es lohnte sich, unbotmäßige Adelige als Raubritter zu denunzieren, sich ihrer Burgen zu bemächtigen und ihr Vermögen an sich zu bringen.

Die Behauptung, dass die Osterburg um 1270 nachhaltig zerstört wurde, kann nach derzeitigem Stand nicht mehr aufrecht erhalten werden. Vielmehr ergaben die aktuellen fachmännischen Ausgrabungen, dass sie wohl bis ins 17. Jahrhundert bewohnt war und höchstwahrscheinich in mehreren Abschnitten immer wieder erweitert und ausgebaut wurde.  Ebenfalls widerlegt ist der bisher bekannte Grundriss. Auch die Sage von einem Tunnel nach Frankenheim konnte bis jetzt nicht bestätigt werden.

Unbestritten ist jedoch, dass die Ruine über Jahrhunderte in Vergessenheit geriet und vom Wald zurückgeholt wurde. Im Jahr 1897 stießen Waldarbeiter unverhofft beim Wegebau auf die Ruinen.

Der damalige königliche Forstmeister Fuchs nahm sich der Sache an und ließ mit Unterstützung des Rhönklubs Grabungen durchführen. Um ein Ausflugsziel zu schaffen, erhöhte man die Überreste des Bergfrieds, die jedoch bald darauf wegen Einsturzgefahr wieder gesprengt werden mussten.

Die damals gemachten Grabungsfunde waren bis vor kurzem in der Eingangshalle des Rentamtes (hinter dem Stadtturm) ausgestellt. Im Zuge der Sanierunsabeiten der Ruine, die sich der Verein Freunde der Osterburg e.V. unter fachmännischer, wissenschaftlicher Leitung zum Ziel gesetzt hat,  wird auch diese Ausstellung neu überarbeitet.

Obwohl im Laufe der Zeit viel verloren ging, ist das was blieb, spektakulär. Bei der Freilegung des Mauerwerks kamen z.B. Basaltsäulen von über vier Metern Höhe zum Vorschein, die die Burg ursprünglich trugen. Auch während der umfangreichen Sanierungsarbeiten, die derzeit noch in vollem Gange sind, ist der Besuch der Ruine Osterburg ein Muss für jeden geschichtlich und landschaftlich Interessierten. Mit Spannung erwarten wir, was die Burgenforscher noch zu Tage fördern. 

Wenn Sie die Sanierungsarbeiten unterstützen möchten, werden Sie doch Mitglied bei den Freunden der Osterburg. Weitere Informationen über die Burg, über den Stand der Sanierungsarbeiten und auch wie Sie Mitglied werden können gibt's unter www.burgruine-osterburg.de oder beim 2. Vorsitzenden Wolfgang Schön (Tel. 09772-467). Die Osterburgfreunde sorgen für die die Bewirtung beim Bischofsheimer Weihnachtsmarkt (Termin s. Veranstaltungskalender). Durch einen Besuch dieser Veranstaltung helfen Sie also auch mit bei der Instandsetzung und -haltung der Osterburg.

Wie komme ich zur Osterburg?

Für Wanderfreunde bietet sich der Altstadtparkplatz am Bischofsheimer Friedhof (Adresse: Am Pfarrgrund) als Ausgangspunkt an. Mit dem Zubringer Hochrhöner zum Ziegelberg gelangt man nach 1 Stunde ans Ziel (ca. 300 Höhenmeter; Markierung: grünes Ö zum Ziegelberg). Eine mögliche längere Rundwanderung könnte weiter über den Kreuzberg (grünes, später oranges Ö), Gemündener Hütte, Neustädter Haus (bis hierhin: K) und Haselbach (Rundwanderweg Nr.5) zurück nach Bischofsheim führen (insgesamt ca. 3,5 Stunden). Eine mögliche kurze Variante (knapp zwei Stunden) ginge von der Burgruine über den Osterburgparkplatz nach Haselbach (Rundwanderweg Nr. 3) zurück nach Bischofsheim (Rundwanderweg Nr. 5).

Wer möglichst nahe an die Burg ranfahren möchte, kann am Wanderparkplatz Osterburg parken (zwischen Bischofsheim und Kreuzberg, kurz vorm Skiliftparkplatz Arnsberg). Von hier aus erreicht man das Ziel mit dem Rundwanderweg Nr. 1 in ca. 10 Minuten, nach einem kurzen Anstieg.

Nutzen Sie auch den ÖPNV
Unter der Woche bedient der Kreuzbergbus - nach vorheriger Anmeldung - die Haltestelle Osterburg, Parkplatz. Am Wochenende wird die Haltestelle ohne Anmeldung von der Linie 8305 angefahren, beide Buslineien fahren ganziährig. Vom 1. Mai bis 31. Oktober verstärkt der Hochrhönbus  an den Wochenenden zusätzlich die Frequenz. Auch hier ist keine Anmeldung erforderlich.

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